Illegale Arzneimittelimporte in die Schweiz 2025: Mehr Sendungen, veränderte Herkunftsländer

Vor etwa 12 Monaten hatten wir über illegale Arzneimittelimporte in die Schweiz im Jahr 2024 berichtet.

Swissmedic, die Schweizerische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte, hat nun erneut über illegale Arzneimittelimporte informiert und die Zahlen für das Jahr 2025 zusammengefasst.

Nach dem leichten Rückgang im Jahr 2024 steigen die Zahlen illegaler Arzneimittelimporte wieder an. In einer Mitteilung vom 16. Februar 2026 berichtet Swissmedic, dass 2025 gemeinsam mit dem Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) insgesamt 6.647 Sendungen festgestellt wurden – ein Plus von 17 % gegenüber dem Vorjahr.

Dabei verschiebt sich das Produktspektrum deutlich. Der Anteil der Erektionsförderer sinkt weiter auf 41 % (2024: 57 %), während Präparate gegen Haarausfall (19 %) und Hormone einschliesslich Melatonin (12 %) stark zulegen. Auch Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie Nasensprays bleiben relevante Kategorien. Arzneimittel gegen Krankheitserreger machen weiterhin 3 % aus und sind insbesondere mit Blick auf Resistenzentwicklungen problematisch.

Auffällig ist zudem die Herkunft der Sendungen: 40 % stammen inzwischen aus Westeuropa – insbesondere aus Frankreich und Deutschland. Gleichzeitig gingen die Anteile aus Indien (20 %) und Osteuropa (15 %) zurück. Diese Entwicklung deutet auf neue Vertriebsstrukturen hin. Kriminelle Zwischenhändler innerhalb der EU nutzen offenbar gezielt Transitländer, um Lieferketten weniger auffällig erscheinen zu lassen.

Hinzu kommt eine zunehmende Professionalisierung der Umgehungsstrategien. Im Rahmen einer internationalen Schwerpunktaktion im November 2025 wurden über 2.000 Sendungen kontrolliert, von denen mehr als ein Viertel beschlagnahmt werden musste. Besonders auffällig war das systematische Aufsplitten größerer Bestellungen in zahlreiche kleine Teilsendungen. Ziel dieser Praxis ist es, unterhalb der für Privatpersonen tolerierten Einfuhrmenge eines Monatsbedarfs zu bleiben. Durch die gezielte Zusammenführung entsprechender Sendungen konnten jedoch zahlreiche dieser Umgehungsversuche identifiziert und unterbunden werden.

Die Entwicklung zeigt: Der illegale Markt passt sich flexibel an – mit neuen Produkttrends, veränderten Vertriebswegen und professionell organisierten Strukturen. Die gesundheitlichen Risiken für Verbraucherinnen und Verbraucher bleiben dabei unverändert hoch.

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