Betrug in der Lieferkette: Vorsicht vor falschen Angeboten in der Corona-Krise

Während des derzeitigen Sars-CoV-2 Ausbruchs gibt es immer wieder Lieferschwierigkeiten bei Arzneimitteln, Medizinprodukten und Schutzausrüstung. Auch Schutzmasken sind knapp. Dies ruft leider auch viele Betrüger auf den Plan, wie ein von Interpol aufgedeckter Fall zeigt.

Im vorliegenden Fall hatte eine deutsche Behörde zwei Käufer beauftragt, insgesamt 10 Millionen Mundschutz-Masken zu besorgen. Diese wurden fündig bei einer Firma in Spanien, welche angab, die 10 Mio Masken liefern zu können. Allerdings schlug die Lieferung fehl. Als eine Art Trost vermittelte die Firma das Angebot weiter an einen "zuverlässigen" Händler in Irland. Dieser versprach über einen Lieferanten in den Niederlanden die 10 Mio Masken liefern zu können. Es wurde zunächst eine Teillieferung von 1.5 Mio Masken vereinbart zum Preis von 1.5 Mio Euro. Parallel planten die Käufer die Abholung durch insgesamt 52 Transporter inklusive Polizeischutz.

Kurz vor dem Lieferdatum wurden die Käufer informiert, dass das Geld nicht angekommen sei und eine weitere unmittelbare Zahlung von 800.000€ nötig sei, dieses Mal an den Lieferanten aus den Niederlanden. Auch diese Zahlung wurde getätigt, doch die Masken wurden nie geliefert.

Was war geschehen?

Durch die Zusammenarbeit mehrerer Banken, Justizbehörden, Europol und Interpol kam heraus, dass bereits die Internet-Seite und E-Mail-Adresse der Firma in Spanien gefälscht war. Das Gleiche gilt für den Lieferanten aus den Niederlanden. Zwar gibt es die Firma tatsächlich, durch die Fälschungen kam die Bestellung dort aber nicht an.

Den Behörden gelang es durch schnelles Agieren, die 1,5 Mio €, die nach Irland gingen, einzufrieren. Von den 800.000€, die in die Niederlande gingen, wurden 500.000€ bereits weiter nach Nigeria transferiert, konnten aber zurückgeholt werden.

Bis dato wurden zwei Verdächtige verhaftet.  Aus der Medizin-Branche waren sie nicht: "Those arrested in this case had no connections to the medical equipment industry. They were simply experienced fraudsters who saw an opportunity with the outbreak of COVID-19", so Jürgen Stock, INTERPOL Generalsekretär.

Quelle: Interpol

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